Ein Holzboden im Bad – eine Unmöglichkeit?

Wenn es dem persönlichen Geschmack entspricht, ist kaum etwas dagegen einzuwenden, auch im Badezimmer Parkett oder Dielen zu verlegen.

Grundsätzlich sind viele Holzarten für Feuchträume geeignet. So gibt keinen Grund, im Bad auf Gemütlichkeit und Natürlichkeit zu verzichten. Holz im Außenbereich hält dort bei richtiger Behandlung ewig. Warum sollte das im Innenbereich anders sein?

Dem Parkett verlegen im Bad steht also nichts im Wege, wenn es einem gefällt. Jedoch sind bei der Verwendung des natürlichen Materials Holz einige Besonderheiten zu berücksichtigen.

Parkett im Bad

Holzböden im Bad – das muss beachtet werden

Beim Parkett kaufen für Feuchträume ist es wichtig, einen Belag mit möglichst wenigen Fugen zu wählen. Aus diesem Grund ist das Dielen verlegen vorzuziehen, denn diese haben wenige lange Fugen.

Das hat mit der Anzahl der Fugen zu tun, denn Parkettstäbe sind in der Regel bis zu 60 cm lang und weisen daher eine Vielzahl von Fugen auf. Durch diese kann potentiell Feuchtigkeit eindringen, weshalb sie fachgerecht abgedichtet werden müssen.

Bei einem Bodenbelag aus langen und geölten Holzdielen ist die Anzahl der Fugen hingegen viel geringer. Diese lassen sich gut mit Neopren abdichten. Für den Holzboden im Bad gilt: Je weniger Fugen, umso besser für die Haltbarkeit.

Beim Parkett können Fugen zwischen einzelnen Parkettstäben aufquellen, oder sich gar einzelne Teile ablösen, wenn diese Bereiche nicht fachgerecht abgedichtet wurden. Es ist hier auch wichtig, kleinere Beschädigungen der Oberfläche sofort auszubessern, denn auch durch diese kann Feuchtigkeit in den Parkettboden eindringen.

Geeignete Holzsorten für das Parkett im Bad

Beim Verlegen von Parkett oder Dielen in Feuchträumen kommt es ganz besonders auf die Wahl des richtigen Holzes an. Grundsätzlich muss für das Bad eine Holzart verwendet werden, die nicht stark auf Feuchtigkeit reagiert. Holzarten, die stark quellen und schwinden wie Buche sind in dieser Hinsicht völlig ungeeignet.

Sehr gut geeignet sind kleinporige Harthölzer wie Jatoba, Doussie, Merbau oder Teak, die übrigens auch im Schiffbau für Schiffsplanken verwendet werden. Aus dem beliebten Teakholz werden wegen seiner Beständigkeit zudem häufig Terrassendielen, Fensterrahmen, Türen oder Gartenmöbel hergestellt.

Ebenfalls für Feuchträume geeignet sind Hölzer, die von Natur aus einen hohen Anteil an Harzen und Ölen enthalten wie z.B. Douglasie oder Pitch-Pine. Die Douglasie, die eine höhere Dichte als die Eiche aufweist, wird wegen ihrer Beständigkeit ebenfalls häufig für Terrassendielen verwendet.

Bei den einheimischen Hölzern kommen für das Bad besonders Eiche – auch als Räuchereiche – und Nussbaum sehr in Betracht. Diese Hölzer quellen und schwinden bei Feuchtigkeit kaum.

Welches Parkett ist für das Bad geeignet?

Es wirkt sich natürlich auf den Parkett Preis aus, wenn man im Bad nicht auf einen Holzboden verzichten möchte. Denn hier muss zwingend verklebtes Massivparkett verwendet werden. Verklebtes Massivparkett hat den Vorteil, dass man es häufig renovieren kann. Zudem ist es im Kantenbereich sehr formstabil.

Beim verklebten Massivparkett im Bad müssen die Fugen wie beim Dielenboden mit Neopren abgedichtet werden. Neopren kann wie das Parkett abgeschliffen werden, wenn dies einmal notwendig sein sollte.

Fertigparkett ist für Feuchträume nicht geeignet, denn es ist im Nutbereich sehr dünn, so dass es hier bei eindringender Feuchtigkeit sofort zu Verformungen kommt.

Parkett im Bad mit Neoprenfuge

Parkett im Bad muss verklebt werden

Der Parkettboden im Badezimmer muss absolut wasserdicht sein. Das Massivparkett im Feuchtraum muss daher zwingend vollflächig verklebt werden. Dazu ist ein dauerelastischer Klebstoff zu verwenden. Nach dem Verkleben muss der Parkettboden zudem sofort mit einem Pflegeöl nachgearbeitet werden.

Eine schwimmende Verlegung kommt nicht in Betracht, da es im Feuchtraum keine undichten Randfugen geben darf. Bei einer schwimmenden Verlegung könnte leicht Wasser unter das Parkett gelangen, was fatale Folgen hätte. Nur beim vollflächig verklebten Massivparkett lassen sich Bewegungen des Bodens vermeiden und Fugen sowie Kanten sicher abdichten.

Vor dem Verkleben des Massivparketts sollte der Estrich am besten mit einer 3 mm starken zementären Ausgleichsmasse gespachtelt und mit Epoxidharz grundiert werden, wenn man ganz sicher gehen möchte. Auf Sockelleisten sollte man bei einem Parkettboden im Bad übrigens verzichten, da sich hier Feuchtigkeit ansammeln und zu Schäden führen kann.

Parkettöl statt Parkettlack fürs Parkett im Bad verwenden

Im Badezimmer sind zur Versiegelung des Parketts Lacke gänzlich ungeeignet. Bei Wasserlachen auf dem Parkettboden könnte hier schon innerhalb kürzester Zeit Feuchtigkeit in das Holz eindringen und dies aufquellen lassen. Zudem kann bei der Verwendung von Lack die Feuchtigkeit leicht unter die Versiegelung „schlüpfen“ und unschöne Grauschleier auf dem Holz verursachen.

Bei ordentlich geölten Oberflächen mit Parkettöl ist das auszuschließen. Der wirksame Schutz durch den Ölfilm muss jedoch regelmäßig erneuert werden, damit dieser erhalten bleibt. Beim geölten Parkett im Bad dringt das Öl in die Poren ein, sorgt für eine Imprägnierung gegen Feuchtigkeit und lässt das Holz dennoch atmen. Eine optimale Lösung sind übrigens geölte Holzdielen, die mit Neopren in den Fugen abgedichtet werden.

Parkett im Bad benötigt Pflege

Der Pflegeaufwand für Parkett im Bad ist höher als z.B. bei einem Fliesenboden. Im Gegensatz zum Fliesenboden verträgt der Holzboden keine stehende Nässe sowie eine übermäßig hohe Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent.

Wasserlachen müssen dementsprechend sofort aufgewischt und das Bad nach der Nutzung gelüftet werden, um eine Dauerbefeuchtung der Holzoberfläche zu vermeiden. Auf Matten auf einem Parkett- oder Dielenboden im Bad muss außerdem verzichtet werden, da sich darunter sogenannte Staunässe bilden kann, die unweigerlich zu Holzschäden führen würde.

Damit das Parkett im Badezimmer lange schön bleibt und seine Widerstandsfähigkeit bewahrt, sollte der Boden in regelmäßigen Abständen geölt werden. In der Regel sollte dies drei Mal im Jahr erfolgen, damit der vor Feuchtigkeit schützende Ölfilm erhalten bleibt.

Eine Reinigung des Parketts sollte nur durch leicht feuchtes Abwischen erfolgen. Vor der Verwendung von Reinigern, die den schützenden Ölfilm beschädigen könnten, sollte man Abstand nehmen.

Badezimmer-Parkett auf einer Fußbodenheizung

Wer auf eine Fußbodenheizung im Bad nicht verzichten möchte, oder wenn dort bereits eine vorhanden ist, muss unbedingt darauf achten, dass sich die Temperatur am Boden mit dem Parkettklebstoff verträgt. Dies bedeutet, dass die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung so eingestellt werden muss, dass der Boden nicht wärmer als 28° C wird. Ein Überschreiten dieser Temperatur kann sonst zu großen Problem mit dem Parkettboden führen.

Mehr zum Thema Fußbodenheizung und Parkettboden im Bad erfährt man hier in einem weiteren Artikel.